Botox für Arme

ungeplante Hautstraffung, mit Haken und Ösen plus Kerze auf dem Beifahrersitz – und alles hübsch sauber auslöffeln … Hört sich fast nach Komplettsanierung und großer Baustelle an, der heutige Tag.

Vom Löchlein bis zur Ruine – ist manchmal ein winziger Schritt bei den Kadetten meiner Kauleiste. Fängt immer ganz harmlos an: Wir müssen da mal ein bisschen bohren, da fängt die Karies an. Ok, heute Morgen sollte also einer der Eckzähne versorgt werden. “Möchten Sie eine Betäubung?” Och nee, danke – bin ja fast noch im Halbschlaf, ist noch nicht meine Zeit. Wegen des “sozialen Jetlags”, wie ich der Apothekerzeitung entnehmen konnte, dass gerade Nachteulen wie ich ständig damit kämpfen. Der dahingeworfene Halbsatz der Zahnärztin “Also, wenn das meiner wäre …” ließ mich in Sekundenbruchteilen hellwach und argwöhnisch werden. Nur ein kleines Löchlein?

Spritzen … iiieeeh … gerade im Bereich des Oberkiefers, um Eckzähne zu betäuben – die mag ich überhaupt nicht. Weil sie alles mindestens halbseitig im Gesicht lähmen. Risiko beim Einstich, da kann beim kleinen Unglück der Tränenkanal angepiekst werden. Hatte ich schon, danke, muss ich nicht nochmal haben. Der GAU ist natürlich der Treffer im Gesichtsnerv – da wirst du deines Lebens nicht mehr froh. Also versuche ich immer, um die Spritzen dieser Kategorie drumherum zu kommen.

Nach der Spritze meinte die Helferin: “Entspannen Sie sich.” und ließ mich liegend auf dem Behandlungsstuhl zurück. Entspannen?! Kein Problem, ich war schon fast weggedöst in dieser bequemen Position. Nach der obligatorischen Wartezeit bis zur vollen Wirkung der Betäubung musste ich tatsächlich geweckt werden … Das Löchlein mutierte während der Behandlung zum Krater und ich war froh und dankbar, dass ich nicht spätestens jetzt meine Schmerzgrenze zigmal überschreiten bzw. kleinlaut nach der Spritze fragen musste. Manchmal ist es einfach doof, die harte Tour zu forcieren …

Alles gut – nur die Lähmungserscheinungen der Spritze halten den halben Tag vor. Wobei ich zwischenzeitlich immer mal wieder darüber nachdenke, warum sich andere Leute das  Nervengift Botox freiwillig spritzen lassen. Nichts fühlt sich so an, wie es sich eben anfühlen muss. Durch die halbseitige Lahmlegung sieht das Gesicht auch noch aus wie nach einem Schlaganfall. Nase putzen ist chaotisch, essen und trinken klappt nicht unfallfrei. Ein Lächeln wird zum unsympathischen “Zähne zeigen”. Zusätzlich wummert es bis in die Nasenneben- und Stirnhöhle. Ein Zahnarztbesuch sollte als Probelauf reichen, um die einfache Entscheidung fürs oder gegen das Aufspritzen zu treffen …

Wenn wir schon die Baustellen angehen, kann ich gleich im Auto weitermachen. Der Pin der Sonnenblende war abgebrochen, weil ich mangels Konzentration auf das komische Konstrukt der Anbringung beim Fahren plötzlich die Blende in der Hand hielt … Die linke Seite hatte ich mittlerweile wieder festgeschraubt, sogar ohne mir den Finger zu brechen, als ich die Halterung im Innern des Autodachs endlich herausgepult hatte. Den abgebrochenen Pin(öckel) auf der rechten Seite hatte ich zwar aufbewahrt, doch schon auf den ersten Blick gesehen, dass er alles andere als eine wunderschöne Sollbruchstelle zum Kleben aufwies. Was vorher schon nicht gut aussah, konnte auch der super-duper-mega-kraft Sekundenkleber nicht richten. Er klebte … und zwar an etlichen Fingern und deren Nägel, weil ich eben den Pinöckel nur durch Fühlen auf die Bruchstelle pappen konnte. Klebt in Sekunden, wenn er nicht vorher wieder runterfällt und dank meiner geistesgewärtigen Reaktion in den Händen landet. Yep, Hautstraffung vom Feinsten – vor allem beim vorsichtigen Auseinanderbasteln von Hand- und Fingerteilen, die anatomisch so nicht zusammengehören …

Doch wer wird angesichts solcher kleinen Widrigkeiten den Hammer hinschmeißen? Ganz im Gegenteil: Zange, Haken und eine brennende Kerze müssen her. Auf dem Beifahrersitz den Haken in der Flamme der Kerze glühen lassen – Achtung, NICHT mit den Fingern halten! Ähnlich wie beim Grillen packt man das Ding mit einer Zange an. Ok, Grillzange wäre hier etwas unhandlich, also lieber die Zange aus dem Werkzeugkasten nehmen. Ein glühender Haken lässt sich wunderbar durch Plastik bohren, eventuell auftretende Geruchsbelästigungen müssen in Kauf genommen werden. Aufpassen, dass nicht das komplette Auto ankokelt! Ach so, Kleinigkeit am Rande: Es ist weise, vor dem ultimativen Kokeln schon mal das passende Exemplar eines Hakens auszumessen und zu testen, ob er wirklich das hält, was man sich von ihm verspricht … Denn mehrere Brandlöcher sehen immer irgendwie total uncool aus – obwohl das natürlich zur nächsten kreativen Beschäftigung taugen würde, wie man sie optisch wieder verdeckt.

Letztes Projekt für den heutigen Baustellen- und Basteltag … den Aschenbecher im Auto wieder salonfähig zu machen. Als ich den Willi übernahm, war er die längste Zeit ein Nichtraucherfahrzeug … Ich also munter die ersten Zigaretten geschmökt und wollte irgendwann den Ascher leeren. Üblicherweise den Einsatz herausheben und ausleeren … jooo, erst da merkte ich, dass da gar kein Einsatz drin war. Den hatte mein Vater nämlich in seiner Garage schlummern, da er ihn a) nicht brauchte und b) der unbenutzte Ascher ohne Einsatz eine prima Aufbewahrungsschublade für sein Navi war. Nun lag der Einsatz also gut in der Kölner Garage und ich musste so lange warten, bis ich mal wieder in der alten Heimat unterwegs war. Zwischenzeitlich habe ich den Aschenbecher immer hübsch penibel mit einem eigens dafür angeschafften Löffel sauber gehalten … äh, die Kippen mit Asche aus der Suppe gelöffelt. Mühselig, jede Menge Schweinerei – und hat mich trotzdem nicht vom Rauchen abgehalten. Heute also das ultimative Wienern des Aschers und zufrieden den Einsatz hineinbasteln. Zufrieden?! Öhm … die Konstruktion ist fast so bescheuert wie die der Sonnenblende, wenn ich den NICHT leichtgängigen Einsatz heraushebe, kann es passieren, dass durch das Rucken der gesamte Inhalt durchs Auto fliegt. Der Konstrukteur dieses Vehikels muss ein blinder Nichtraucher ohne Führerschein mit tollen Ideen, aber äußerst praxisfernen Erfahrungen gewesen sein. Theoretisch am Reißbrett schon verkorkst.

Nun denn, war doch ein anständiger Wochenstart – da kann es morgen im Büro ja nur besser werden …

Forschen Schrittes

über den roten Teppich, hinein in das ehemalige Rittergut, im Trauzimmer Platz nehmen und nach mehrjähriger Probe des Zusammenlebens das energische “Ja!! dazu fehlerfrei über die Lippen bringen …

210414_01

Heute vor einer Woche hat meine Freundin ihren Lebensgefährten geheiratet – am 14.04.14. Ein Datum, das man/frau sich gut merken kann ;-) Petrus ließ uns ganz schön zittern, nicht allein wegen der frischen Brise mit kühlen Temperaturen, sondern mit seinem gesamtem Repertoire an April-Wetter. Von allem etwas … doch er hatte ein Herz für die strahlende Braut und schickte zwischendurch auch mal die Sonne raus, damit wir einige schöne Fotos hin bekamen.

Es war eine tolle Hochzeit in Burscheid, im Bergischen Land. Das Gut Landscheid empfiehlt sich als historisches Gebäude mit einem Trauzimmer und angeschlossener Gastronomie und Hotellerie. Ein äußerst freundliches und aufmerksames Personal rundet die Gastfreundschaft ab. Wunderschön gelegen in einem Tal, umgeben von Wanderwegen. Ein Ort, der für jegliche Art von Feiern und teils ausgefallenen Veranstaltungen einen außergewöhnlichen Rahmen bereithält. Natürlich bietet sich Gut Landscheid ebenso als Ausflugsziel an.

Die Gartensaison

ist eröffnet – seit heute auf meiner Terrasse …

190414_01

Alina lag lieber im Schatten des Apfelbaums und hatte alles so rundherum mindestens im Ohr, weil sie ab und an auch ein bisschen döste.

190414_02

Es war ein genussvoller Tag für alle Sinne. Einfach unbezahlbar. In der Sonne sitzen, Kaffee trinken. Kuchen und Erdbeeren standen auf dem Speiseplan. Ein (handfestes) Buch zum Lesen, den Blick öfter schweifen lassen, den Duft tief einatmen. Dann habe ich mit der Kamera noch einen Rundgang im Garten gemacht, um all die Blüten einzufangen, die sich innerhalb der letzten Tage ins Sonnenlicht getraut haben. Wir waren einige Zeit nicht hier und da hat sich doch einiges getan. Und ich hoffe doch, dass die nächsten beiden Feiertage ebenso schön werden! In diesem Sinne: Frohe Ostern!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Noch nicht durch

ist das Thema “Schlehen” bei mir. Ich wollte ja im letzten Herbst welche sammeln, wurde aber nicht fündig. Dann hieß es: Die wachsen hier nicht. Hmmm … wirklich nicht?! Nun habe ich recherchiert – virtuell und zu Fuß. Dornen gibt’s reichlich … seufz. Damit habe ich schon schmerzhafte Erfahrungen gesammelt. Beim Weißdorn. Er wiederum weist Ähnlichkeiten mit dem Schwarzdorn bzw. Schlehdorn auf, vor allem im Frühjahr mit den hübschen kleinen weißen Blüten. Aber dank der Informationen in Wiki zum Schleh- oder Schwarzdorn weiß ich nun, dass er früher blüht als  der Weißdorn, nämlich bevor er die Blätter ausgebildet hat. Aha, damit kann ich doch gezielt suchen. Und ja, ich habe nun welchen entdeckt.

Notiz für mich: Richtung Grenzstreifen, linke Seite. Meist in der zweiten bis dritten Reihe wachsend, fast schon zwischen den Bäumen. Gut getarnt hinter anderen Sträuchern wie z.B. Holunder. Sollte ich mich im Herbst wirklich “vergreifen” und dummerweise die Früchte des Weißdorns erwischen, wird es zwar wieder nix mit Schlehen-Leckereien, doch zumindest sind sie für den Verzehr unbedenklich.

Bis zum Herbst ist es ja noch ein Weilchen. Zuvor werde ich wieder Holunderblütensirup kochen – und Holler wächst hier unübersehbar an jedem Wegesrand.

Doei!

Sprich “dui”, nein, mehr singend rufen, denn dieses “Doei” hat etwas Fröhliches an sich. Wird gern zur Begrüßung und zum Abschied gesagt (gesungen). Damit habe ich einen niederländischen Kollegen verblüfft. Worauf er mich fragte, ob ich aus Süd-Holland komme … Nööö, den Gruß kenne ich auch aus Nord-Holland. Kann nicht sein, meinte er, im Norden würde das “Hoi” verwendet. Jaaaa, auch – doch aus meiner Erfahrung hatte sich das “Doei” schon gut durchgesetzt. Und überhaupt, das kurz gesprochene “Hoi” klingt nicht halb so melodisch wie das “Doei”. Nein, nein, er bestand darauf, dass es im niederländischen Norden kein “Doei” gibt, sondern das “Hoi” verwendet wird. Das wisse er ganz genau, da er schließlich von dort stammt.

Tja, da haben wir lange darüber diskutiert … bis sich rausstellte, dass der liebe Kollege von Groningen kommt. Groningen – Provinz Groningen, das ist natürlich nochmal was gaaaaaanz anderes als die Provinz Noord-Holland. Die liegt seiner Meinung nach in Süd-Holland … hach ja. Er verabschiedete sich dann mit einem freundlichen “Hoi” und ich schickte ihm ein “Doei” im Singsang hinterher. Gegrinst haben wir beide …