Bewusst

im Hier und Jetzt leben, wo alle Sinne und das Bewusstsein geschärft sind. Mir wird gerade wieder klar, wie oft man das so schön formuliert und tatsächlich noch gaaaaanz weit davon entfernt ist. Wie viel man tatsächlich aus dem Bewusstsein herausfiltert, weil man sich auf etwas konzentriert. Wie viel wir nebenbei registrieren und es doch als unwichtig einstufen.

Nimm dir einen jungen Hund ins Haus (oder ein anderes freilaufendes Haustier) und du wirst tatsächlich ins Hier und Jetzt katapultiert und stellst fest, wie viel Energie du aufbringen musst, um dieses aktive Erleben zu meistern.

Da liegt dieser große weiße Fussel am Boden. Mein Gehirn rattert: “Weiß? Wo kommt der her? Habe ich weiße Anziehklamotten? Nein. Könnte er von der Bettdecke oder dem Sofaüberwurf stammen? Wo hat der Hund ihn her, abgekaut, abgerissen … was hat er zerpflückt?!?” Du entwickelst Spürsinn und Detektivarbeit vom Feinsten … könntest glatt jede Fernsehserie mit pathologischen Elementen an die Wand spielen. Aufatmen … der Fussel stammt von dem dicken Tau, ein Hundespielzeug.

Du glaubst, alle Geräusche in deinem Umfeld zu kennen und sie ohne Weiteres blind zuordnen zu können. Weit gefehlt. Der Hund präsentiert dir außer Sichtweite eine riesige Palette ungewöhnlicher Hörerlebnisse. Wobei du während des Zuhörens schon angestrengt darüber nachdenkst, ob dieses Geräusch positive, neutrale oder negative Konsequenzen nach sich zieht. Ach, so klingt also ein klappernder Wassernapf auf Laminat … interessant. War da noch Wasser drin?!?

Stille ist nicht Stille. Sie hat einen gewissen Klang, entweder beruhigend (du weißt, dass der Hund schläft) oder unheilschwanger (was stellt das Biest jetzt bloß wieder lautlos an?). Der 6. Sinn drängt sich nun auf, wo er doch vorher meist ein dümpelndes Dasein in irgendwelchen Unterbewusstseinstiefen gefristet hat. Du weißt wie vom Blitz getroffen, was als Nächstes passieren wird.

Es riecht nach Hund … ungewohnt intensiv. Selbst ohne Regenwetter. Kann nur eins bedeuten: Hund hat Angst (gehabt), ist vielleicht sogar in Panik (gewesen). Draußen meldet die eigene Nase plötzlich Gerüche, bei denen das Gehirn kombiniert: Halt den Racker kurz, da liegt Dreck herum, der für Hundenasen äußerst verführerisch duftet.

Die Hände lernen die Anatomie des Hundekörpers forschend ertasten. War der Knubbel gestern auch schon da? Hach, dieses seidige Fell, wo ich so gern hineingreife, wenn ich den Arm aus dem Bett strecke. Doch wehe, die Hand greift ins Leere … wo ist der Hund jetzt?

Andere Empfindungen, die mir sonst das Bewusstsein präsentiert, werden teilweise völlig in den Hintergrund gedrängt: Hitze, Kälte, Nässe, Zeit. Weil meine Sinne vollauf damit beschäftigt sind, aktiv im Hier und Jetzt zu melden. Puh, anstrengend! Ich falle abends hundemüde ins Bett und bin ratzfatz eingeschlafen.

So – und jetzt stell dir mal vor, du wärst ein Tier. Du würdest dein Leben jeden Tag mit dieser Flut an Eindrücken konfrontiert, weil du nicht anders kannst, als im Hier und Jetzt zu leben. Du reagierst unmittelbar auf Dinge und Situationen, weil du aufgrund dieser Tatsache gar nicht anders kannst. Und kannst damit umso weniger verstehen, warum sich ein Mensch manchmal so komisch verhält – eben weil er sein Leben anders führt. Und eben irgendwann wieder vergisst, was es heißt, im Hier und Jetzt zu leben. Oder gern vergessen möchte, weil diese Art zu leben extrem anstrengend ist ;-)

Wintermärchen

mit fatalen Folgen. Jetzt drückt das Wasser gegen die kilometerlange aufgestapelte Eisschicht in der Elbe und sucht sich seinen Weg seitwärts. Hochwasser – Tesperhude hat es jetzt auch erwischt … steigende Tendenz.

Der Blick auf den Tesperhuder Strand, ein Stück der Uferpromenade wurde heute Morgen abgesperrt – dort, wo ich mir letzte Nacht im Dunkeln fast nasse Füße geholt habe, weil ich es erst zu spät bemerkt habe, dass das Wasser schon den Weg erreicht hatte.

Der Anleger ist überflutet …

Die andere Seite der Elbe ist wahrscheinlich noch schlimmer betroffen, das war gestern schon zu sehen, als Anne und ich mit den Hunden in Marschacht eine Spazierrunde drehten. Wir konnten nur noch oben über den Deich laufen. Dort unten, wo weitläufige Wiesen bis zum Flussufer führen, ist eine komplette Seenlandschaft.

Das sieht nach einem Wintermärchen ohne Happy End aus …

Dann eben

anders. Die Bazillen haben sich diese Woche bei meinen Grogs zum innerlichen Aufwärmen schlapp gelacht über meine Geschmacksexperimente. War alles super lecker. Mal mit Tee gemischt, mal mit Apfel-/Sanddornsaft, mal mit beiden Komponenten. Und immer einen kleinen Schuss Rum und ganz viel heißes Wasser dazu.

Na schön, jetzt drehe ich das Mischungsverhältnis eben um. Wollen doch mal sehen … wer zuletzt lacht!

Geht, geht nicht …

Bin ich on- oder offline – jetzt, jetzt nicht …

ach menno …

Seitdem die Temperaturen im Keller sind, leidet auch mein ohnehin sehr schmalbrüstiger Internet-Anschluss an Schwindsucht. Das Telefon quietscht und knarzt, dass ich nur ca. jedes 5 Wort verstehe und mir den Rest zusammenreimen muss. Der magenta-farbene Riese findet keine Störung. Also momentan hier und bei Alinas Blog weiterhin nur sporadische Einträge …

Gruselfaktor

fürs Ohr sind ungewohnte Geräusche, die das Gehirn nicht einordnen kann, weil es in Millisekunden keine passende Erinnerung findet. Adrenalin pur, Gänsehaut …

So geschehen letzte Nacht, als ich durch ein Schaben aus dem Schlaf gerissen wurde. Bevor ich mich überhaupt auf das Geräusch konzentrieren konnte oder die Augen aufschlagen konnte, wurde ich unter etwas begraben. Herzkasper! Bei dem seltsamen Ton war Alina schon aufgesprungen und knurrte.

Zum Glück brennt nachts die Salzkristalllampe im Schlafzimmer, in völliger Dunkelheit wäre ich sonst in Panik verfallen. Doch es waren ja nur die Strips, denen die Power ausgegangen war – damit fiel mein Buddha mitsamt seiner Fototapete von der Wand direkt in mein Bett.

—-

Bei Dunkelheit längs der Elbe spazieren: Da ist eine Geräuschkulisse, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Unheimlich, undefinierbar … Gurgeln, schaben, kratzen, knirschen, quietschen, heulen, bollern, bersten, krachen … und was weiß ich alles. Wo Eis und Fluss einen Kampf ausfechten – unsichtbar, aber unüberhörbar.

 

Hinten rechts

küsst vorne links … also quasi von Backe zu Backe … äh, Wange. Dumm gelaufen, noch dümmer zurückgesetzt vor lauter Höflichkeit und eiligen Bemühungen. Und es hat “zooooom” gemacht. An der Pobacke meines Speedys ist nix zu sehen, er hat halt ein breites Hinterteil, das was aushält. Aber die andere schwarze, wahrscheinlich niegelnagelneue Schönheit hatte eindeutig einen Abdruck auf der Wange. Der erste verschuldete Autounfall meines Lebens – ich hoffe, es bleibt beim einmaligen Erlebnis.

Fahrer war nicht zu ermitteln, Polizei angerufen und die Beamtinnen haben den Schaden noch nicht mal mit Protokoll aufgenommen – weil Bagatelle oder “S3″, wie es so schön heißt. Doch sie haben dem Fahrer einen Hinweis an der Frontscheibe hinterlassen, dass er sich auf dem Revier melden soll. Ich noch nicht mal ‘ne Kamera dabei *schrei* …

Nun ja, der Halter des Kfz hat sich später bei mir telefonisch gemeldet und ich habe ihm die Daten der Schadensmeldung von meiner Versicherung durchgegeben.

Dass sowas von sowas kommt … nur davon. Zu sehr und zu lange gedanklich in dem ärgerlichen Gedankenkarussell mit den Versicherungen festgehangen. Sowas zieht sowas dann stante pede nach sich.

Also, was lerne ich daraus? Alles ist gut, es ist niemand körperlich zu Schaden gekommen, der Knutscher wird geregelt. Achte auf deine Gedanken …

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