Ordnung

080117Ist einer der Punkte, die meine Projektliste ausmachen. Ordnung ist ein Oberbegriff, denn er beinhaltet viele Bereiche. Da ist einerseits die physische Ordnung, wo alles an seinem Platz ist. Ja, manchmal neige ich auch zur Unordnung, vor allem was das Innenleben von Schränken, Schubladen und den Kellerraum betrifft … 😉

Doch „Ordnung“ beinhaltet auch die Organisation, die wiederum unterschiedliche Bereiche betrifft. Wenn ich z.B. mein Ordnungssystem von wichtigen Papieren neutral betrachte, dann ist es für mich und meine Belange in Ordnung. Ich habe es zum damaligen Zeitpunkt als die optimale Lösung empfunden, alles in Ordner zu packen, die jeweils ein Kalenderjahr umfassen. Im laufenden Jahr ist das praktikabel, zum Ende des Jahres habe ich alle Unterlagen beisammen, so dass ich schnell die notwendigen Papiere für die Steuererklärung herausziehen kann.

Wenn ich Jahre später auf etwas zurückgreifen muss, funktioniert mein Erinnerungsvermögen prächtig, dass ich auf Anhieb zum entsprechenden Jahresordner greife. Und genau da fällt mir jetzt auf, dass bei diesem System ein großer Haken besteht: Ich muss es im Kopf behalten, wann was war … Das bringt Stress. Hier muss also ein neues bzw. geändertes Ordnungssystem her. Das laufende Jahr mit allen Unterlagen in einem Ordner ist praktikabel, das bleibt. Doch wenn das Jahr abgeschlossen ist, wird der Inhalt auf Themenordner verteilt: Steuer, Versicherungen, Rente, Auto, Rechnungen usw. Das wird also ein Teilprojekt „Ordnersystem„, wo ich alles entsprechend umsortieren muss.

Ganz schlimm waren die Gedanken in der Silvesternacht, als alles auf der Kippe stand: „Was ist, wenn ich tatsächlich sterbe … Wer soll hier was finden, um mein Leben ordentlich abzuschließen?“ Panik. Ich will es ordentlich geregelt wissen. Damit Ruhe einkehrt in meine Gedanken, die schon so lange darum kreisen: Du müsstest mal, du solltest unbedingt …

So bekommt also der Oberpunkt „Ordnung“ ein weiteres Teilprojekt:  Notfall-Ordner. Das wiederum kann ich in einzelnen Schritten definieren, was zu tun ist. Termine daran setzen und in den Kalender eintragen, wo ich mich verpflichte, sie einzuhalten. Das Unangenehme zuerst (weil ich sonst wieder zum Aufschieben neige): Sämtliche Dokumente zur Patienten-, Vorsorge-, Betreuungsverfügung und ein Testament erstellen. Wichtige Informationen und Hilfestellungen habe ich beim BMJV unter dem Punkt „Publikationen“ gefunden.

Butter bei die Fische

080117Jetzt geht es mit der Wunschliste ans Eingemachte. Jeder Punkt wird von allen Seiten beleuchtet – mit Fragen, die man ehrlich sich selbst gegenüber beantworten muss. Und so manches Mal stellt man am Ende fest, dass man eigentlich was ganz Anderes wollte … und das dann auch hoffentlich konkret und zielführend formulieren kann.

Nehmen wir als Beispiel einen der Punkte von der Liste im vorigen Beitrag: Millionär sein

Millionäre sind wir alle, wenn nicht gar Milliardäre oder Billionäre … Zähl mal jeder die Salz- und Zuckerkörner im Haushalt nach. Ach, es war anders gemeint? Lotto-Millionär … mit Millionen von Euro auf dem Konto. Wie viele Millionen sollen es denn sein? Wie viele davon brauche ich, um glücklich zu sein? 1 Million, 5 oder 10 Millionen – noch mehr?

Also bitte ganz konkret. Denn ich muss ja eine Vorstellung für mich entwickeln können, was ich mit dem Geld anfange. Warum brauche ich so viel Geld? Wofür will ich es verwenden? Gerne auch die Überlegungen mit einbeziehen, was passiert, wenn ich meinen plötzlichen Reichtum offensichtlich raushängen lasse. Was verändert sich dann? Mehr „Freunde“, noch mehr Neider … Aber vielleicht will ich ja einfach nur eine schwarze 7-stellige Zahl vor dem Komma auf meinem Kontoauszug sehen, damit ich glücklich bin.

Dieses Durchleuchten nach Motiven kostet richtig Arbeit, um es auf den Punkt zu bringen. Immer wieder die Frage: Warum? Oft glaubt man, die „endgültige“ Antwort gefunden zu haben – und das nächste „Warum?“ wirft es wieder über den Haufen. Ganz schwierig wird es zum Beispiel, wenn eine abstrakte Antwort kommt: Weil es mir Sicherheit gibt. Warum? Welche Sicherheit gibt mir eine so hohe Summe? Das deutet schon darauf hin, dass es im Kern gar nicht ums Geld geht. Es ist eher der Wunsch nach Sicherheit. Dann wäre der ursprüngliche Punkt zu streichen und der neue Punkt „mehr Sicherheit“ auf die Liste zu setzen.

Dieselben Fragen gelten für einen ähnlichen Punkt auf der Beispielliste: mehr Geld

Warum brauche ich mehr Geld? Vielleicht, weil ich mit dem bisherigen Betrag nicht auskomme. Warum komme ich damit nicht aus? Wofür gebe ich denn mein Geld aus? Wie viel (mehr) brauche ich, um glücklich zu sein? Wenn ich dann eine konkrete Zahl festgelegt habe, geht das Spiel wieder von vorne los. Warum brauche ich X Euro mehr? Wofür setze ich X Euro mehr ein? Falls da irgendwas in die Richtung geht, dass man sich unterbezahlt fühlt im Job, kann vielleicht im Kern rauskommen, dass einem die Anerkennung fehlt.

Immer dann, wenn der ursprüngliche Punkt nicht mehr hundertpro der Zielvorstellung entspricht, wird er von der Liste gestrichen. Wenn im Kern etwas Anderes zutage kommt, muss dieser Punkt der Liste hinzugefügt werden.

Nach diesem Schema wird jeder Punkt der Wunschliste abgearbeitet. Hat ja keiner behauptet, dass Projektarbeit leicht ist 😉 Aber ich habe schon viele Projekte sterben sehen, wo diese Arbeit nicht akribisch gemacht wurde. Weil vage Ziele einfach nicht umsetz- und messbar sind.