Von Nervzwergen und Sargnägeln

Das wird ein ausgiebiges Kapitel in meinem Arbeitsbuch … Mal alles ausloten und Ursachenforschung betreiben, wer oder was mir Stress bereitet. Da kommt eine ganze Menge zusammen. Ich versuche, Muster zu erkennen, wo ich generell etwas tun kann, um mir solche Stressattacken vom Leib zu halten.

Ganz klar oben auf der Liste: Ich kann schlecht „Nein“ sagen. Klar, ich bin gern hilfsbereit und freundlich. Doch ich bringe mich selbst in Situationen, wo ein „Nein“ angebrachter wäre. Wo oftmals Hilfsleistungen zur Selbstverständlichkeit mutiert sind und ich mich plötzlich nach anderer Leute Planung richten muss. Wo sich manchmal mittendrin die Situation als eine Übernahme mit riesengroßer Verantwortung entpuppt, die ich nicht tragen kann. Da ist aus der Vergangenheit ganz klar ein Muster zu erkennen, wo ich nicht früh genug die Handbremse gezogen habe. Weil ich zu nett bin …

Einhergehend damit fördere ich bei manchen Zeitgenossen eine Erwartungshaltung nach dem Motto „Sie macht das schon“. Wohlgemerkt, ohne irgendwas mit mir abzusprechen. Häufig höre ich später den Satz: „Ich dachte, du machst …“ mit einem deutlichen Unterton des Vorwurfs. Also da läuft etwas total schief – und das liegt an mir.

Was mir richtig Stress und Ärger produziert ist Unzuverlässigkeit. Am schlimmsten, wenn ich mich nicht auf andere Menschen verlassen kann, dass sie ihren Job ordentlich machen. Wenn Situationen entstehen, wo ich mich plötzlich um etwas kümmern muss, was gar nicht mein Job ist. Aktuelles Beispiel ist die Zahlung von Krankengeld. Da ist so viel schiefgelaufen, weil es verpennt worden ist. Das beschäftigt mich schon eine ganze Weile und wird mich auch weiterhin auf Trab halten, bis wirklich alles geklärt und in richtige Bahnen gelenkt ist. Ich muss zusehen, dass mein Konto gedeckt ist, weil gerade die Phase läuft, wo alle Versicherungen ihr Geld haben wollen. Außerdem muss ich aufpassen, dass alle Sozialabgaben und Zeitangaben korrekt erfasst werden, damit es z.B. für die Meldung ans Finanzamt am Jahresende und die Rentenberechnung stimmt. Nicht mein Job – und kostet mich neben dem Ärger noch jede Menge Zeit. Sowas bringt mich echt lang anhaltend auf die Palme. Absolut ungesund.

Wo ich mir eine andere Einstellung angewöhnen muss, anstatt mich jedes Mal aufzuregen: Wenn ich mit Softwareprogrammen arbeiten muss, die so grottenschlecht sind, dass sie jede Menge Zeit rauben. Und das Ergebnis weder mich noch Andere wirklich glücklich macht. Daran kann ich nichts ändern, das liegt nicht in meiner Macht. Ich muss mich damit arrangieren anstatt mich aufzuregen. Schwierig, ganz schwierig …

Ähnlich verhält es sich oft mit Arbeitsprozessen, wo ich mir auf Nachfrage schon oft eine „blutige Nase“ geholt habe. Das haben wir schon immer so gemacht … Da steht mir mein eigener Perfektionismus im Weg: Mit kleinstmöglichem Aufwand den größtmöglichen Erfolg erzielen. Effizient arbeiten. Ist schon Wahnsinn: Dieses Credo wird allerorten lauthals verkündet und es gibt Tausende von Workshops und noch mehr Ratgeber dazu. So lange du damit nur auf deinem Schreibtisch beschäftigt bist und das umsetzt – wunderbar. Aber bitte nicht über die Schreibtischkante luschern und angrenzende und übergreifende Prozesse infrage stellen. Selbst wenn du mit bestimmten Arbeitsschritten darin involviert bist. Genau da fehlt mir eine Riesenportion Gelassenheit, solche Sachen nicht persönlich zu nehmen, sondern zu akzeptieren, dass ich sie nicht ändern kann.

Lockruf des Frühlings

und wir sind ihm gefolgt: nach draußen. Bei angenehmen Temperaturen die Terrasse in Beschlag genommen.

Alina hatte natürlich etwas Anderes im Sinn: Komm, spiel mit mir!

Geht alles noch nicht so, wie ich es gern hätte mit meinem Bein. Aber Ball werfen funktioniert schon noch. Dann habe ich all die bunten Farbkleckse im Garten bewundert.

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Upps, was ist das denn? Die kleinen Schwertlilien haben sich wohl in der Jahreszeit vertan. Oder sie sind ein frühzeitiger Bote dafür, dass in der kommenden Nacht wieder auf Sommerzeit umgestellt wird … (grmpf)

Ein Baumhaus

wurde wahrscheinlich vor langer Zeit in die Astgabel gebaut. Zumindest vom Aussehen her wirkt es schon ziemlich alt. Vom Blickwinkel der gezeigten Richtung unauffällig, doch der ein oder andere hatte gute Augen und hat es sofort entdeckt. Von der anderen Richtung gesehen fällt es schon eher ins Auge.

Es sitzt in ungefähr 6 Metern Höhe in der Astgabel. Sieht auch schon ziemlich morsch aus. Ich kann mir nicht vorstellen, ob es noch genutzt wird. Auf jeden Fall ein schönes Fleckchen mit einem schönen Ausblick über die Felder. In dem Zustand wirkt es so richtig abenteuerlich. Welche Geschichten mögen sich wohl in ihm verbergen?

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