Wir haben es adoptiert. Das weiß es zwar nicht, muss aber mit den Konsequenzen leben. Frau Nachbarin hat ihn vor einigen Tagen abends entdeckt. Eine Handvoll Zwerg, die sich unschlüssig vor dem Grundstück an der Straße rumdrückte und Zuflucht unter einem parkenden Auto suchte, als sie nach ihm schaute. Wahrscheinlich gerade von der Mutter entwöhnt, also so ca. 8 Wochen alt. Aufgeregt erzählte sie mir am nächsten Morgen davon und wir hielten Rat.

Ganz so unerfahren sind wir nicht, haben wir ja erfolgreich einen Igel mit großgezogen durch unser Betüddeln. Er ist nun gut 2 Jahre alt und heimisch im riesengroßen Garten. Obwohl er „aushäusig“ schläft, denn er kommt meist erst spät in der Nacht in dieses Revier. Zumindest weiß er genau, wo die Futterschüssel steht. Dieses Exemplar haben wir zur Zeit auch wieder im Auge, da er noch zu schmal ist und sich ordentlich Winterspeck anfuttern muss. Dazu haben wir einen guten Vergleich mit den 2 ganz dicken Brocken, die öfter hier durchs Revier streifen, aber irgendwo in der Nachbarschaft „wohnen“.

Nun haben wir also noch das Igelkind. „Big Mamas are watching you!“ Was der Fuzzi bei mir zuerst gelernt hat, dass ich ihn nächtens an der Straße aufsammele und er im Schwebezustand weitertransportiert wird. Mittlerweile blinzelt er mich sogar an, die erste Panik ist überwunden. Doch er bleibt brav zusammengerollt, bis ich ihn im Garten an der Futterstelle absetze. Diese wiederum ist gut für Igel ausgerüstet. Das Schälchen mit Futter steht in einer kleinen Holzhütte, deren Eingang so schmal ist, dass gerade mal die Igel durchpassen. Der Boden ist gut isoliert und schützt vor Frost.

Ich spendiere neben dem Igelfutter auch gern noch 2-3 Teelöffel Hundefutter aus der Büchse. Kommt gut an 🙂  So hoffe ich, dass der Fuzzi sich an dieses Revier gewöhnt und nicht mehr draußen unschlüssig rumturnt. Damit er weder unter Schuhsohlen noch unter die Räder gerät. Frau Nachbarin hat auch eine perfekte Igelkiste/-höhle für den Winter. Ich halte die Augen weit offen, weil die Nächte jetzt schon ziemlich frisch sind. Nicht, dass er auch zwischendurch entkräftet in die Starre fällt. Das Risiko ist groß, je kälter es wird.

Na klar, er ist uns längst ans Herz gewachsen. Wir hoffen, dass er unser Hilfsangebot annimmt. Ein bisschen Unterstützung, doch die Risiken der Natur können wir ihm natürlich nicht abnehmen. Aber als Nachtschwärmerin habe ich ein besonders waches Auge auf ihn 🙂

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2 Gedanken zu “Das Igelkind

  1. Oh, ich drücke dem kleinen Igelkind die Däumchen, dass es gut durch den Winter kommt. 🙂

    Und vielen Dank an die Nachbarin und dich, dass ihr euch so kümmert. 🙂 Die Igel im Garten meiner SchwieMu finden auch jeden Abend einen gedeckten Teller vor.

    LG Frauke

    1. wird nicht so ganz einfach werden, wir müssen irgendwie ein gehege bauen draußen … aber erstmal werden wir den tierarzt unseres vertrauens befragen und wahrscheinlich auch ihm mal die igelkinder vorstellen. in 4 wochen oder so, je nachdem, wie kalt es nächtens wird.
      liebe grüße!

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