Da schwingt was mit

So wunderschön dieses Heidegebiet ist, ich kann es nicht ganz unbelastet genießen. Erinnerungen an die ehemalige DDR werden da bei mir wach. Ich war oft genug „drüben“, da wir Verwandtschaft dort hatten.

Wir werden uns nun erstmal Richtung Norden halten. Viel Heide auf der Fläche, doch wenn man genauer hinschaut, ist der Boden unterhalb der Pflanzen mit Moosen und Flechten durchzogen. Ginsterbüsche lockern das Bild auf und kleine Kiefern setzen sich langsam durch.

Je nach Lichteinfall wirkt es, als ob die Heide gerade blüht. Und trotzdem … da schwingt was mit. In der Entfernung erkennt man ein weißes Schild. Dort ist das Ziel fast erreicht.

Das „weiße Schild“ ist eine Info-Tafel – und wenn man diese Informationen intus hat, wird auch schnell klar, was da so mitschwingt. Dieses Heidegebiet ist der ehemalige Todesstreifen, hier war alles vermint. Der Weg war damals als Kolonnenweg mit Betonplatten befestigt und konnte sogar bis 1993 noch befahren werden. Es hat lange Zeit gebraucht, bis das Gebiet völlig kampfmittelfrei geräumt war. Danach war dort erstmal nichts außer Erde, weil auch chemische Räummittel eingesetzt wurden. Erst langsam hat sich die Natur wieder erholt. Moose und Flechten bildeten den ersten Bewuchs, danach folgte die Heide. Der Ginster wurde forstwirtschaftlich angepflanzt. Die kleinen Kiefern erobern nun auf natürlichem Weg ihren Raum.

Wir könnten ja nun die angebotene Runde auf dem Wanderweg der „Alten Salzstraße“ wahrnehmen. Doch wenn ich die nächsten Meter hinter mir und das Ziel vor Augen habe, werde ich wahrscheinlich umkehren. Dann bin ich diesmal nicht mehr in der Stimmung, das Gebiet noch weiter zu erkunden.

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Ach …

dann hätte ich doch lieber wieder kaltes, knackiges, trockenes Wetter …

Nässe, Dreck, Glatteis … das geht mir mittlerweile sowas von auf den Zwirn *grmpf*